Woran erkenne ich die „Krankheit Depression“?

Wir alle kennen das Gefühl von Traurigkeit, wir haben es sicherlich mehrfach erlebt nach Trennungen, Liebeskummer, wenn wir ein Ziel, was uns wichtig war nicht erreicht haben, oder wenn liebe Menschen gestorben sind. All diese Gefühle sind belastend und ziehen uns auch für einen kurzen Zeitraum herunter. Aber nicht immer sind diese Art von traurigen Verstimmungen und depressiven Gefühlen behandlungsbedürftig. 

Die Krankheit Depression ist oftmals zuerst gar nicht greifbar. Sie kommt schleichend,  und sie mag nicht gehen. Zur Zeit sind immer mehr Menschen davon betroffen, und vor allem trifft es immer mehr junge Menschen. Und auch wenn wir „Gott sei Dank“ immer offener damit umgehen, trägt diese  psychische Erkrankung oft noch ein Stigma mit sich.

Die Krankheit macht sich bemerkbar durch eine gedrückte Stimmung. Freude und Interessen gehen gänzlich verloren. Die betroffenen Menschen können keine Gefühle mehr empfinden, Betroffene sprechen von einer schlimmen Motivationslosigkeit. Sie fühlen sich ausgebrannt und leer – bei ganz schweren Verläufen, wie innerlich tot.  Viele lassen sich daher auch äußerlich gehen, die Wohnungen verwahrlosen, die Hyghiene lässt nach, sie ziehen sich zurück, gehen nicht mehr ans Telefon, melden sich nicht. All das passiert nicht aus Faulheit oder Desinteresse, sondern weil sie keine Kraft mehr haben, Der Antrieb überhaupt noch aufzustehen fällt in schweren Verläufen gänzlich weg.  Leider werden die o.g. Symptome von Freunden und Familie noch viel zu oft missinterpretiert. Den  Betroffenen wird vorgeworfen, sie würden sich „gehen lassen“, müssten sich nur mal zwingen aufzuraffen, oder einfach mal Urlaub machen. All das bringt leider nichts.. denn die Depression hat man immer mit im Gepäck… und mit einer gefühlten  500kg Last  – bewegt es sich nicht so leicht.

 

Tipps für Angehörige und Betroffene

1. Informieren Sie sich über die Krankheit.

Eine hilfreiche Webseite ist die der Deutschen Depressionshilfe: 

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/start

2. Schauen Sie nicht weg, bieten Sie ihre Unterstützung an!

Sie, als Unterstützung, sind wichtig und notwendig, wenn es darum geht zu helfen. Sprechen Sie die betroffenen Person an. Bieten Sie ihre Unterstützung an, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ansprechpartner sind immer der Hausarzt oder ein niedergelassener Psychotherapeut. Sie finden Unterstützung bei der

https://www.kbv.de/html/terminservicestellen.php

Info Telefon Depression: 0800-33-445-33

 

3. Bleiben Sie geduldig, 

    aber verlieren Sie sich nicht selbst dabei.

Eine Depression ist nicht zwangsläufig die Folge eines Schicksalsschlags oder die Reaktion auf einen Verlust, Erschöpfung oder Lebenskrise. Oftmals sind es genetische Faktoren, die dazu beitragen. Sie sollen unterstützen, aber Sie können die Depression nicht heilen. Sie können sie dem anderen auch nicht abnehmen, und Sie sind nicht dafür verantwortlich! Die Schuld trägt weder der Erkrankte, noch Sie. Gutgemeinte Ratschläge verlaufen oft im Nichts oder kommen gar nicht an. Im akuten Schub erkennen Sie oft die erkrankte Persone nicht wieder – ärgern Sie sich nicht. Halten Sie sich vor Augen, dass niemand Sie absichtlich stressen möchte. Hier finden Sie als Angehörige(r) Hilfe:

www.diskussionsforum-depression.de

www.bapk.de/der-bapk.html

 

 

 

4. Was tun, bei Lebensüberdruss und Suizidgedanken

Leiden Sie unter Suizidgedanken oder äußert jemand Ihnen gegenüber diese, so nehmen Sie das bitte unbedingt ernst. Suizid ist kein Ausweg! Es stimmt nicht, dass die, die es ankündigen, auf keinen Fall tun. Sobald jemand fremd- oder selbstgefährdend ist, müssen Sie reagieren. Delegieren Sie diese Verantwortung an geschulte Menschen: Hausarzt, Sozialpsychiatrischen Dienst, Polizei,  oder den ärztlichen Notdienst!
Bereitschaftsdienst: Tel: 116 117

5. Die gute Nachricht:

Depressionen sind behandelbar. Die Medikamente sind mittlerweile gut dosierbar und auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse einzustellen. Man nimmt auch nicht zwangsläufig zu und wenn, dann ist es machbar, wenn sich Ihr Antrieb wieder erholt hat,  auch wieder abzunehmen. Wichtig ist doch, dass die Depression behandelbar ist. Das Sie ihre Lebensqualität wieder zurückgewinnen. Die allermeisten Betroffenen erholen sich nach angemessener Behandlung wieder. Wichtig ist, sich nicht aufzugeben und andere nicht aufzugeben. Und nicht vergessen – wir alle sind nicht davor gefeit. Aber gemeinsam ist man nie allein.

6. Anzeichen einer Depression

(2 Hauptsymptome plus 2 zusätzliche Symptome können ein Anzeichen einer Depression sein, wenn sie länger als 14 Tage vorliegen!) 

Hauptsymptome

Verlust von Freude und Interesse

– depressiver Stimmung

– verminderter Antrieb

plus

Nebensymptome:

– vermindertes Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen

– Gefühl der Wertlosigkeit, Schuldgefühle

– Schlafstörungen

– pessimistische Zukunftsgedanken/negative Grundstimmung

– Suizidgedanken