Unter dieser Rubrik möchte ich Aufklärung leisten

Gott sei Dank hat sich das Verständnis über Psychologie in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert. Leider denken immer noch viel zu viele, dass Psychologie nur aus 3 Dingen besteht – einer Couch, einem Psychotherapeuten, der irgendwie entweder wie Freud aussieht oder wie eine grau und farblos anmutende Ökotante – so das Klischee… aber nein, so ist es überhaupt nicht.

Allein das Studium der Psychologie besteht überwiegend aus Statistik und der Lehre, wie man empirisch valide Tests/Fragebogen konstruiert. Aus unzählichen wiss. englischen Studien, die man zu den einzelnen Lehrnfächern lesen und interpretieren muss. Aus Modulen, die einem beibringen, wie man sehr schnell merkt, das Statisken gefälscht sind.

Das Psychologie Studium hat folgende Fächer :

  • Allgemeine Psychologie,
  • Statistik 1,
  • Statistik 2,
  • Testkonstruktion,
  • Biologische Psychologie (warum und wie z.B. Antidepressiva wirken, Aufbau des Gehirns und jedes Zelle so ungefähr, Aufbau Auge, Ohr, Nase und die einzelenen neurologischen Funktionen etc.  – ich hatte z.B. das Gefühl, dass ich nach Biologischer Psychologie eine Op am offenen Hirn hätte vornehmen können 🙂
  • Entwicklungspsychologie
  • Differentielle Psychologie
  • Klinische Psychologie (Patholgische Krankheiten, Klinische Krankheiten und Auswirkungen)
  • Arbeits- und Organisationspsychologie (Personalberatung, Orgnisation in Firmen. Werbung)
  • Bildungspsychologie (wie funktioniert Lernen, Umgang mit Bildung, Wissen, Schülern etc.)
  • Community Psychologie (Umweltpsycholgie, Politische Berater, Community, Diversity etc. )
  • Forensische Psychologie (Gericht, Straftaten, Kriminalpolizei etc.)

Was ist denn der Unterschied zwischen Psychologen und Psychiatern und einem Psychotherapeuten

kEs ist relativ einfach. Der Psychiater darf Ihnen ein Rezept ausstellen, weil er sich in seinem Medizinstudium darauf spezialisert hat wie Ihr Körper mit Psychopharmka eingestellt werden kann und Ihre Psyche im medizinischen Kontext tickt bzw. medikamentös zu steuern ist . Und nein, ein Psychiater macht nicht automatisch Psychotherapie. Ein Psychologe übrigens auch nicht. Ein Psychologe berät, stellt Gutachten aus (z.B. für Gerichte, Ämter etc.), coached.  Um Psychotherapie zu betreiben und z.B. über die Krankenkasse abrechnen zu können, muss dieser Psychologischer Psychotherapeut sind. Der ist eine Zeit- und Kostenaufwendige Zusatzausbildung, die wirklich nicht nur anstrengend ist, sondern auch noch viel zu gering bezahlt. Der Psychologe muss nämlich 2 Jahre seine Fälle erstmal eine Ausbildung machen die mit nur 600 – 800 Euro / Monat vergütet wird. Das bedeutet der PiA (Psychotherapeut in Ausbildung) arbeitet mind 20h in einer Klinik oder anderen Einrichtung und muss nach den 20 Stunden noch Weiterbildung betreiben. Also keine Zeit um noch mehr Geld zu verdienen. Dafür lernt er dann Frage und Beratungstechniken, die für Therapien die meist in einem Zeitraum von mind. 12 – 24 Monaten geschult ist und über die Krankenkasse (sofern er einen Kassensitz hat) vergütet wird.

Brauche ich eine Psychotherapie ? Und welche Formen der Therapie gibt es?

Jedem von uns geht es bisweilen mal schlecht. Wir fühlen uns vllt überarbeitet, oder sind traurig, weil eine Beziehung beendet ist. Andere haben Streit mit dem Partner oder fühlen sich nicht mehr wohl in ihrer Haut ihrem Beruf, ärgern sich über zu viel oder zu wenig Kilos, oder haben gerade auch mal eine finanzielle Durststrecke, weil der letzte Urlaub so teuer war. Das kennen wir alle  –  und überwiegend sind wir uns auch bewusst, dass wir diese Durststrecke überstehen werden. Da hilft dann das Gespräch mit der besten Freundin, dem besten Freund oder einer anderen vertrauten Person.

Wenn wir aber das Gefühl haben, dass wir überhaupt nicht mehr auf die Füße kommen. Wenn die Lebensqualität so eingeschränkt ist, dass uns das Aufstehen schwer fällt. Wenn die Gedanken sich ständig um ein und dieselbe Sachen drehen, wenn diffuse oder auch spezielle Ängste so stark werden, dass sie uns das Leben schwer machen. Wenn man schlichtweg nicht mehr Freude am Leben verspürt, egal was man macht, die Probleme nicht mehr selbst bewältigen kann – dann ist höchste Eisenbahn, dass man sich Hilfe sucht. 

 DieMachen Sie sich klar, dass es Menschen gibt, die Ihnen professionel helfen können und möchten. Es gibt kein „ach, ich falle anderen nur zur Last – mein Problem ist vllt. nicht groß genug, ich mache mich lächerlich. Ich muss das allein hinbekommen … – Das bringt doch alles gar nichts.. – DOCH ES BRINGT ETWAS – VERSUCHEN SIE ES BITTE.

Ich sage meinen Klienten oft, dass es keinen Grund gibt sich zu schämen, wenn man professionelle Hilfe auch für den psychischen Bereich sucht. Sie gehen auch zum Zahnarzt, wenn Sie mit den Zähnen Probleme haben, warum nicht sich psychologische Unterstützung holen, wenn Sie psychische Probleme haben?

 

Sie suchen einen Therapeuten? Dann haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Terminservicestelle googlen
  • Kassenärztliche Vereinigung Ihres Bundeslandes anrufen – dort gibt es auch eine Liste der niedergelassenen Psychotherapeuten
  • über den Hausarzt um Hilfe bitten
  • Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre fallen unter Kinderpsychologen
  • Psychologische Psychotherapeuten ihrer Stadt googlen und abtelefonieren
  • Private Praxen anrufen.